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TÜR.TOR.FENSTER
REPORT

Editorial:

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe, erklärte zu den im Juni veröffentlichen Zahlen des Statistischen Bundesamtes, dass die steigenden Finanzierungskosten und Baukosten infolge des Preisanstiegs bei Baumaterial die Aufträge drücken. Teilweise werden Aufträge bereits storniert.

Zwar existiert ein immenser Baubedarf, aber die Folgen der Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine bremsen die Umsetzung. Ebenso wies am Tag der Deutschen Bauindustrie in Berlin Peter Hübner, der Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, auf die Lieferschwierigkeiten und die hohen Rohstoffpreise hin. Dabei nannte er unter anderem folgendes Beispiel: „Wir kriegen aus Russland, der Ukraine und Belarus 40 % unseres Betonstahls und der fällt aktuell komplett aus.“ Etwa 80 % der Verbandsmitgliedsunternehmen seien derzeit von Lieferproblemen betroffen.

Zum Jahreswechsel 2021/2022 wurde noch nominal ein Wachstum von 5,5 Prozent angepeilt. Der Krieg in der Ukraine veränderte dann die Lage völlig, etwa ein Drittel der vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie befragten Firmen bezieht Material aus der Ukraine oder Russland. „Der Krieg legt die engen Lieferketten und Abhängigkeiten brutal und schonungslos offen.“ In einem der größten Stahlwerke in Europa, dem Asowstal-Komplex im ukrainischen Mariupol hatten sich wochenlang Soldaten und Zivilisten unter Beschuss russischer Truppen verschanzt, dürfte wohl vorerst nicht produziert werden können.

Auch für 2023 rechnet Peter Hübner mit einem ähnlichen Umsatz-Rückgang wie im laufenden Jahr. „Wir hoffen, dass wir das Ganze 2024 wieder ins Positive drehen können.“ 

Die Umsatz-Prognose steht laut Hübner unter dem Vorbehalt, „dass sich im weiteren Jahresverlauf nicht noch mehr Verschärfungen bei Energiepreisen und dem Bezug von Baumaterial ergeben“. 

Ulrike Götz

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